Dusterer. Grillhofer--Schwoger--lass dir sagn, tu's oder tu's net. Mir is
net um mich. Aber nach die andern musst net fragn, na, na, nach doe musst
net fragn. Musst es der Sippschaft net antun, dass ma's derlebt, wir
fahreten am juengsten Tag allzsamm in Himmel und mussten dich zrucklassen
und fuer alle Ewigkeit voneinander. Sorg di um di, lass du nur doe andern in
d' Hoell abipurzeln. Hihi, lass nur doe abipurzeln!
Grillhofer. Na jo--selb war schon recht, wann's nur net ein oder der
andere etwa doch billiger richtet und rumpelt a da obn eine und hernzet
mich d' halb Ewigkeit: dass mei Himmel z' teuer war. I moecht nur fragn, ob
sich's a auszahlt? Wann no die andern braever warn -! Bin ich denn so
suendig?
Dusterer (faehrt empor). Fragst no--fragst no, Grillhofer, ob d' suendig
bist?! Solltst nit fragn, Grillhofer, du net, du vor alle andern
net--sollst darnach fragn; du bist's--Grillhofer, und schon wie!
Beispielmaessig lass dir sagn, auf der Alm im Fruhjahr, wann sich der Schnee
ballt, fliegt so a Malefizvogel--meint selber nix Args--vom Astl oba und
nimmt sich a Maul voll Schnee--und denkt bloss, er tut sein Schnabel a
Guttat, paar Broeckeln rutschen weiter, es wird a Kuegerl draus, aus der
Kugel a Knoedel, aus'm Knoedel a Buenkel wie a Fuder Heu, does torkelt allweil
Tal obi, immer groesser und groesser und raumt 'n Wald mit, haut abi ins Tal
und die Lawin is fertig. So a Ungluecksvogel bist a du, Grillhofer!
(Schenkt ein.) Bist auch du! Frag net, ob d' suendig bist! Denk an die
Riesler-Magdalen, was vor fuenfundzwanzg Jahr in dein Dienst war, wie mein
Schwester, dein Weib, Gott hab s' selig, noch glebt hat, denk an die
Riesler-Magdalen, sag ich, doe hast du a ins Kugeln bracht, dass ins Rollen
kaemma und in die siedige Hoell h'neingfalln is und, wer weiss, wieviel Seeln
mitgrissen hat! Neamand hat mehr was von ihr derfahrn, die fufzgimal ist
s' vom Gricht zwegn einer Erbschaft aufgfordert wordn, verschollen is s'
bliebn! Grillhofer, aber am Tag des Gerichts, da wird alles ans Licht
zogn, da wird sich herausstellen, was du alles angstellt hast in
suendhafter Begehrlichkeit! Grillhofer, wann da Sachen ans ewige Licht
kommen, was uns gar net traeumt?! Wann's gfragt wird: wer is schuld an
deiner armen Seelverderbnus? Grillhofer, Schwoger, noet um a Million moecht
ich da an deiner Stell unbussfertiger vor Gottes Thron stehn, noet um a
Million!
Grillhofer. Haett ihr doch nachfragn solln!
Dusterer. No wohl--no wohl! Aber hizt is's z' spat, gschehn is gschehn.
Ich wollt dir's ehnder net sagn, aber heunt nacht hat mir wieder von ihr
traumt, wie s' da gsessen is in ewign Feuer, rundum es hoellische Glast! O
Jesses, es war schreckbar! Heunt fruh hab ich glei zu meiner Alten gsagt:
fuer doe zwei armen Seelen muss was gschehn.
Grillhofer. Hast recht, dumm is schon, aber hast recht. No hilft nix
als fleissig fuerbitten. Am End hast doch schlecht gsehn--na ja--na ja--im
Feuer und Rauchen verlassen ein'm ja leider die Augen, wird am End gar net
doe Hoell gwesen sein, sundren nur 's Fegfeuer, wo die Magdalen hast sitzen
gsehn?
Dusterer. Beschwoern kunnt ich's net, dass's die Hoell war!
Grillhofer. No, so gehn wir's halt an, waer mir lieb, wann's derer armen
Seel a z'guten kam! Wann mer wieder a bissel besser is, fahrn mer nach
der Kreisstadt, und da mach mir's halt richtig--ja--ja--du ziehst auf'n
Hof samt deine Leut, a kleine Probzeit, und ich verschreib dir'n, aber,
dass nichts verabsaumt wird!