's ist entsetzlich, was sie treiben.
Ins Gesicht werd ich belogen,
Hinterm Ruecken frech betrogen,
's Geld muss ich am End vergraben,
Denn sie stehln als wie die Raben.
Ich hab keinen Kreuzer Schulden,
Bare hunderttausend Gulden,
Und doch wirds mir noch zu wenig,
Es taet not, ich wurd ein Koenig.
Meine Felder sind zerhagelt,
Meine Schimmel sind vernagelt,
Meine Tochter, wie betruebt,
Ist das ganze Jahr verliebt.
Alle Tag ist das ein Gwinsel
Um den Maler, um den Pinsel,
Der kaum hat ein Renommee,
Und vom Geld ist kein Idee.
Und mein Weib, bei allen Blitzen,
Will die Frechheit unterstuetzen,
Sagt, er waer ein Mann zum Kuessen,
Wie die Weiber das gleich wissen!
Und das soll mich nicht verdruessen?
Ja, da moecht man sich erschiessen.
Und statt dass man mich bedauert,
Wird auf meinen Tod gelauert,
Und so sind sie alle, alle,
Ich zerberste noch vor Galle.
Drum hab ich beschlossen und werd es vollstrecken,
Ich lass von den Menschen nicht laenger mich necken.
Ich lasse mich scheiden, ich dringe darauf.
Der ganzen Welt kuend auf Michaeli ich auf.
Die Liebe, die Sehnsucht, die Freundschaft, die Treue,
Mir falln s' nur nicht alle gschwind ein nach der Reihe,
Die lockenden, falschen, gewandten Mamsellen,
Die mich fast ein halbes Jahrhundert schon prellen,
Die lad ich noch einmal zum Fruehstueck ins Haus
Und peitsch sie, wie Timon, zum Tempel hinaus.
Es ist aus! Die Welt ist nichts als eine giftge Belladonna, ich
habe sie gekostet und bin toll davon geworden. Ich brauch nichts
von den Leuten, und sie kriegen auch nichts von mir, nichts Gutes,
nichts Uebles, nichts Suesses und nichts Saures. Nicht einmal meinen
sauren Wein will ich ihnen mehr verkaufen. Ich habe Aufrichtigkeit
angebaut, und es ist Falschheit herausgewachsen. Es ist
schaendlich, ich bin auf dem Punkte durch meinen eignen Schwager
zum Bettler zu werden. Er hat mich ueberredet, mein Vermoegen
einem Handlungshause in Venedig anzuvertrauen, das jetzt dem
Sturze nah sein muss. Ich erhalte keine Interessen, keinen Brief
von meinem heuchlerischen Schwager, den ich verkannt und der
vielleicht im Bunde steht mit dem betruegerischen Volk. Und so
taeuscht mich alles! alles! Darum will ich keinen Kameraden mehr
haben als die zanksuechtige Erfahrung.
Das ist der vorsichtge, weltghetzte Hase
Mit der vom Unglueck zerstossenen Nase,
Mit dem millionmal verwundeten Schaedel,
Das ist mein Mann, den behandle ich edel.
Ich hab zu viel ausgestanden in der Welt. Mich hat die